Eine kleine philosophische Gedankenrunde im Dezember

Zwei Philosophen unterschiedlichster Zeiten, jedoch mit unverkennbaren Gemeinsamkeiten: Sokrates gilt als Begründer der abendländischen Philosophie, Emil Manser hingegen als Luzerner Stadtoriginal und Strassenphilosoph. Beide haben sich nicht in die Studierstube zurückzogen. Der eine entwickelte seine Gedanken im Dialog am liebsten auf dem Marktplatz. Und ärgerte hartnäckig die einfachen Leute mit geschickten Fragen – wie eine Schmeissfliege, die man nicht mehr los wird. Der andere provozierte gerne dialoglos, vielmehr mit geschriebenen Worten und Gesten im öffentlichen Raum. Er packte Passanten gedanklich beim Schopf. Beiden glückte ihre Mission: uns mit Worten zu berühren und zum Nachdenken zu bewegen.

Emil Manser liebte es, Passanten mit seinen Botschaften zu irritieren. Man stolperte über das Geschriebene, zweifelte an den Sprüchen, lachte über den Sprachwitz. Er war aus dem Luzerner Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Ein Denker und Störenfried. Ein Kämpfer für die Menschlichkeit. Einer, der in der Adventszeit einen wachstropfenden Kerzenkranz auf dem Kopf trug. Zwölf Jahre nach seinem Tod widmet ihm das Historische Museum Luzern eine Ausstellung. Ab 9. Dezember.
www.historischesmuseum.lu.org

 

 

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